Was wäre die erzgebirgische Figurenwelt ohne ihren König Nußknacker.
Neben Äpfeln, Pefferküchlein und anderen Süßigkeiten, gehöhren die vergoldeten Nüsse zum Traditionsschmuck des Weihnachtsbaumes.
Wer jedoch deren schmackhaften Kern essen wollte, mußte zuerst die harte Schale knacken. Dafür wurde die Nußzange geschaffen, die neben ihrer praktischen Funktion sehr zeitig auch zum Gegenstand figürlicher Darstellungen wurde.
Bereits 1735 war in Schneeberg von hölzernen "Nußbeißern" die Rede. Es waren dies kräftige Gestalten mit großem Kopf und einem Hebel am Rücken, mit dem die Nuß gegen den Oberkiefer gedrückt und somit geknackt werden konnte. In dem deutschen Wörterbuch von Grimm ist unter dem Begriff Nußknacker zu lesen: "... oft in Gestalt eines unförmigen Männleins, in dessen Munde die Nüsse durch Hebel oder Schraube aufgeknackt werden."
Literarisch durch E.T.A. Hofmanns Kindermärchen "Nußknacker und Mäusekönig" unsterblich gemacht, fand der grimmige Geselle auch in Heinrich Hoffmans Erzählung "König Nußknacker und der arme Reinhold" (1871) Erwähnung.
Die heute weltberühmten Seiffener Nußknacker entstanden der Überlieferung nach erstmalig um 1870 in der kleinen Werkstatt Füchtners. An ihrem Grundaufbau hat sich bis heute nichts geändert.