50 Jahre Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen
Aufgewertet durch den Besuch des Sächsischen Königs Friedrich August, fand 1914 im so genannten Albertsalon eine erste umfassende Holz- und Spielwarenausstellung in Seiffen statt. Die Absicht, umfassender für die Spielzeugbranche und den aufkommenden Fremdenverkehr zu werben, führte schließlich 1936 zum Aufbau einer großen Spielzeug-Werbeschau. Sie war bereits in diesem, heute noch für das Museum genutzten Industriegebäude untergebracht. Das Logo der Ausstellung, grüner Baum und roter springender Hirsch, ist noch immer Markenzeichen des Museums. Öffentliche Initiativen ermöglichten 1953, das Haus als Heimatmuseum wieder zu öffnen. Zahlreiche Umgestaltungen und die wissenschaftliche Profilierung zum Spezialmuseum erhöhten in den Folgejahren die Attraktivität. Die Emporengestaltung aus dem Jahr 1936, die eingerichteten Stuben mit ihrem Wohn- und Arbeitsmilieu der Jahrhundertwende, die 6,30 m hohe Raumpyramide und der Winterberg „Christmette zu Seiffen“ machen bis heute die besondere Raumatmosphäre aus. Fast 9 Millionen Gäste ließen sich bisher davon begeistern. Nach der umfassenden Rekonstruktion 1998/99 bietet das Museum auf nahezu 1000qm (3 Etagen) mit mehr als 5.000 Exponaten einen umfassenden Überblick. Die Kostbarkeien alter weihnachtlicher Volkskunst sind stimmungsvoll ausgeleuchtet. Fachmännisch restauriert berichten sie von der festlichen Atmosphäre der erzgebirgischen Lichterweihnacht. Als ein zeitgemäßes Museum, jetzt mit Besuchergarderobe, Aufzug und behindertengerechten Zugängen für alle Etagen, ermöglicht das Seiffener Haus nunmehr zusätzliche Angebote, wie museumsbezogene Kurzvideos und eine multimediale Einführung in die Dauerausstellung. Im jedermann zugänglichen Besucherarchiv darf „gestöbert“ werden. Hier bietet ein computergestützter interaktiver Museumskatalog weit über die Ausstelulng hinausgehende Informationen zur Spielzeughistorie sowie zu sozialen und technischen Hintergründen. Kinder -und natürlich auch Erwachsene- werden an vielen Stellen des Hauses didaktische Spielmittel in die Hand gegeben, die im kreativen Umgang selbst erkundbar sind. Neu dazugekommen sind u. a. „Guckkästen“ mit Spielzeuglandschaften, die an die Musterblätter um 1850 erinnern.